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Ornithologische Arbeitsgruppe im Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. |
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In der Nuthe-Nieplitz-Niederung brüten regelmäßig sechs Entenarten (Stock-, Schnatter-, Knäk-, Löffel-, Tafel- und Schellente), unregelmäßig drei weitere Arten (Krick-, Spieß- und Reiherente). Als Rastgebiet wird sie von zehn Entenarten (zu den aufgeführten kommt noch die Pfeifente dazu) und zwei Sägerarten (Gänsesäger und Zwergsäger) regelmäßig genutzt. Ausnahmsweise werden zwei weitere Entenarten (Kolbenente, Mandarinente) und Mittelsäger beobachtet. Die Mandarinente wird nur selten in der NNN gesichtet, obwohl das nächste Brutvorkommen (>50 BP in Potsdam und Umgebung) nur ca. 20 km entfernt liegt.
Die Stockente ist sowohl als Wintergast als auch als Brutvogel die häufigste Ente in der NNN. Sie brütet auf allen Arten von Gewässern, so z.B. größeren und kleineren Seen, Teichen und Gräben.
Während der Brut- und Mauserzeit von März bis Juli treten Stockenten nicht in größeren Trupps auf. Ab Ende Juli können regelmäßig 500-2000 Stockenten insbes. auf den Gewässern bei Stangenhagen, dem Blankensee und dem Grössinsee beobachtet werden. Wenn die Seen zugefroren sind, konzentrieren sich die Stockenten auf der Nuthe und der Nieplitz, die wegen der relativ starken Strömung nie zufrieren.
Von der Schnatterente brüten ca. 10-20 Paare im Gebiet (Schwanensee, Blankensee). Das SPA-Kriterium für Brutvögel liegt in Brandenburg bei 20 Paaren.
Im Winter (Dez, Jan, Feb) werden nur einzelne Schnatterenten in der NNN beobachtet. Ausnahmen waren der Dez 2000 und der Dez 2006 mit besonders milder Witterung mit Schnatterententrupps von mehr als 100 Vögeln. Größere Trupps erscheinen sonst ab der zweiten Märzdekade. Bei den Wasservogelzählungen im März und April werden immer zwischen 50 und 150 Schnatterenten in der NNN gezählt. Im Herbst liegt die Zahl der Schnatterenten häufig über den als SPA-Kriterium für Brandenburg festgelegten Zahl von 300 Schnatterenten (EU C3); maximal wurden ca. 850 Schnatterenten in der NNN gezählt. Sobald sich die erste Eisschicht auf den Gewässern zeigt, verlassen die meisten Schnatterenten unser Gebiet.
Spießenten brüten nur ausnahmsweise in Brandenburg. In der NNN konnten durch L. Kalbe im Juli 1997 zwei jungeführende Weibchen beobachtet werden (Kalbe 1998).
Die ersten Spießenten erscheinen Anfang März in der NNN. Zur Wasservogelzählung Mitte März werden regelmäßig 30 bis 50 Spießenten gezählt. Nur ausnahmsweise werden mehr als 100 Spießenten in der NNN beobachtet. Mitte Mai ist der Durchzug beendet und die ersten Spießenten erscheinen Mitte August auf dem Heimzug in der NNN. Die Spießente die einzige Entenart, von der im Frühjahr größere Zahlen in der NNN beobachtet werden als im Herbst. Anfang Dezember haben die meisten Spießenten die NNN verlassen und nur ausnahmsweise werden sie im Winter bei uns gesehen.
Literatur: KALBE, L. (1997): Brutnachweis der Spießente im Nuthe-Nieplitz-Tal 1997. Otis 5 121
Pfeifenten sind im Frühjahr und im Herbst häufig beobachtete Durchzügler und Rastvögel in der NNN. Im März, April, Oktober und November sind Trupps von 50-100 Pfeifenten auf Blankensee, Schwanensee und am Zauchwitzer Busch keine Seltenheit. Einzelne Pfeifenten übersommern gelegentlich in der NNN; es konnten aber bisher keine Bruten beobachtet werden. Pfeifenten ziehen im Unterschied zu Löffel- und Schnatterenten nicht sofort beim ersten Frost ab, überwintern aber auch nur ausnahmsweise in der NNN.
Die Krickente ist nach der Stockente die zweithäufigste Entenart in der NNN. Auf dem Durchzug im Herbst (September bis November) werden auf den größeren Gewässern (Blankensee, Grössinsee, Schwanensee) regelmäßig 500, ausnahmsweise auch >1000 Krickenten, beobachtet. Im Frühjahr sind es meist kleinere Trupps mit max. 150-200 Krickenten. Wenn die stehenden Gewässer zugefroren sind, verlassen die meisten Krickenten unser Gebiet. Einige sind aber auch dann noch auf eisfreien Gewässern wie Nuthe und Nieplitz anzutreffen.
Brütende Krickenten sind in der NNN die Ausnahme. Im Sommer (ab Mitte Juni) mausern regelmäßig bis zu 150 Krickenten am Zauchwitzer Busch.
Die Phänologie der Löffelente entspricht weitgehend der der Schnatterente. Im Winter ziehen die Löffelenten ab, sobald die stehenden Gewässer zufrieren, und sie weichen nicht auf Fließgewässer wie die Nuthe aus. Mitte bis Ende März treffen größere Trupps von Löffelenten in der NNN ein, so dass Mitte April ca. 250 Löffelenten im Gebiet gezählt werden. Im Sommer sammeln sich mausernde Löffelenten auf den Gewässern bei Stangenhagen. Von September bis November sind Trupps von >150 Löffelenten auf Blankensee und Schwanensee keine Seltenheit.
Die Löffelente brütet mit max. 10 Paaren im Gebiet, z.B. auf den Wiesen im Bereich der Gewässern bei Stangenhagen.
Die Knäkente kommt erst Ende März aus ihrem Winterquartier zurück. Meist sind Trupps mit bis zu 10, nur ausnahmsweise auf dem Durchzug auch Trupps mit mehr als 50 Knäkenten auf Blankensee oder Schwanensee zu beobachten. Ende September, spätestens Anfang Oktober, sind alle Knäkenten wieder abgezogen. Im Gegensatz zu allen anderen Entenarten, die zumindest gelegentlich bei geeigneter Wetterlage in der NNN überwintern können, ziehen Knäkenten grundsätzlich in den Süden.
Die Knäkente brütet mit max. 10 Paaren in der NNN auf Feuchtwiesen, z.B. in der Umgebung der Gewässer bei Stangenhagen.
Tafelenten sind häufige Durchzügler, bei geeigneten Bedingungen auch Wintergäste in der Nuthe-Nieplitz-Niederung. Im März und Oktober werden auf dem Blankensee regelmäßig Trupps von >100, ausnahmsweise auch über 500 Tafelenten beobachtet. Trotzdem spielt die NNN nur eine untergeordnete Rolle als Rastgebiet für Tafelenten. Das SPA-Kriterium für Brandenburg (3500 Tafelenten) wird bei weitem nicht erreicht.
In der NNN brüten regelmäßig ca. 5-10 Paare der Tafelente, z.B. am Schwanensee.
Die Phänologie der Reiherente entspricht der der Tafelente, jedoch tritt die Reiherente in kleinerer Zahl in der NNN auf als die Tafelente. Trupps von mehr als 100 Reiherenten werden nur ausnahmsweise beobachtet und zwar bisher immer auf dem Blankensee.
Reiherenten brüten nur ausnahmsweise in der NNN.
Schellenten überwintern in der Nuthe-Nieplitz-Niederung. Die Zahl nimmt von November bis März stetig zu. Wenn die Seen zugefroren sind, sind sie regelmäßig Trupps mit bis zu 30 Schellenten auf der Nuthe anzutreffen. Bei milderer Witterung sind Schellenten auf den größeren Seen in kleineren Trupps zu beobachten. Ende März verlassen die nicht brütenden Schellenten das Gebiet.
In der NN brüten regelmäßig z.B. am Schwanensee 1-3 Paare Schellenten. Schellenten brüten im Gegensatz zu allen anderen einheimischen Entenarten in Baumhöhlen oder in für sie ausgebrachten Nistkästen.
In der NNN überwintern jedes Jahr 100-200 Gänsesäger. Sie verteilen sich in Trupps von 30-50, seltener auch über 100 Gänsesägern auf die größeren Seen, Nuthe und Nieplitz der NNN. Es zeichnet sich in den vergangenen Jahren ab, dass die Zahl der bei uns überwinternden Gänsesäger ansteigt. Die meisten Gänsesäger ziehen bis Anfang April, die letzten bis Ende April ab und kommen Anfang November wieder.
Zwergsäger sind wie Gänsesäger regelmäßige Überwinterer in der NNN. Sie treffen üblicherweise erst Mitte November ein und ziehen schon Ende März ab. Die Zahl der Überwinterer liegt jedoch mit 30-40 Zwergsägern deutlich unter der der Gänsesäger und auch deutlich unter dem SPA-Kriterium für Brandenburg von 250 Zwergsägern.
Zwergsäger brüten in Nordeuropa und Sibirien, trotzdem hat 2006 ein Zwergsäger am Seechen bei Blankensee übersommert.