Ornithologische Arbeitsgruppe im Landschaftsförderverein
Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V.

Die 7-Türme-Tour:
Mit dem Fahrrad durch die Nuthe-Nieplitz-Niederung

Es sind zwar keine sieben Türme, aber sieben ornithologisch interessante Beobachtungsstätten in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, die mit dem Fahrrad im Rahmen einer ca. 50 km langen Radtour besucht werden können. Ich bin diese Tour am 08.05.2006 von 14:00-20:00 Uhr gefahren, es empfiehlt sich aber, einen ganzen Tag einzuplanen. Es gibt keine durchgehende Ausschilderung der Tour. Zur besseren Orientierung empfiehlt es sich diesen Text und eine Karte des Naturparks Nuthe-Nieplitz-Niederung mitzunehmen. Wir starten am Bahnhof Beelitz, der mit der Regionalbahn (RB 33 Richtung Beelitz - Jüterbog, verkehrt stündlich) in ca. 30 min von Berlin Wannsee erreichbar ist. Den ersten Abschnitt unserer Tour folgen wir dem ausgeschilderten Radweg F5 durch die Wiesen westlich von Beelitz.

Kurz nachdem wir die Nieplitz überquert haben, führt ein ca. 100m kurzer Abstecher zum neu errichteten Turm (Gesamtstrecke ca.. 4 km) am Rande einer noch nicht sehr feuchten Wiese. Landschaftlich und architektonisch ein schöner Turm, aber ornithologisch bisher nicht gerade erste Wahl in der NNN, aber das wird sich wahrscheinlich ändern, wenn die Wiesen wie geplant vernässt werden.

Weiter geht es auf dem Radweg F5 an Spargelfeldern vorbei Richtung Beelitz. Nach Überquerung der B2 fahren wir auf ruhiger Landstraße nach Beelitz Schönefeld, dann durch Wiesen und später durch Kiefernforst auf einem nach längerer Trockenheit sicher teilweise sandigen Weg nach Rieben.

 

   

Wir verlassen den Radweg F5 und gelangen zur Hauptstraße. Hinter der Kirche fahren wir ca. 100 m Richtung Luckenwalde und biegen links in die Heinickendorfer Straße. Auf dem gut ausgebauten Rundweg um den Riebener See erreichen wir nach insgesamt ca. 16 km  den neu errichteten Steg mit Beobachtungsplattform im Riebener See.

Nicht unumstritten ist die Entscheidung, den unverbauten Riebener See auf diese Weise touristisch zu erschließen. Man hat einen schönen Blick auf den See mit der Kormorankolonie am gegenüberliegenden Ufer. Zur Zeit des Gänsezuges im Herbst ist dieser neue Steg sicherlich einer der Höhepunkte in der Nuthe-Nieplitz-Niederung.

   

Wir fahren weiter auf dem Rundweg um den Riebener See, biegen jedoch kurz nach der Furt nach rechts ab. Dritter Anlaufpunkt ist die Jagdkanzel unter einer schönen alten Kiefer am Zauchwitzer Busch, die nach ca. 18 km erreicht ist. Richtung Südosten blickt man auf die Gänselake, Richtung Norden auf die Schnepfenpfuhle, die jedoch von der Kanzel kaum einzusehen sind, da einige Bäume die Sicht versperren. Besser lassen sie die Schnepfenpfuhle, die je nach Wasserstand für Enten oder Limikolen interessante Flächen darstellen, vom Weg aus beobachten. Auf keinen Fall sollten die Wiesen betreten werden, da dies zu starken Störungen der Vögel führt.

     

Ich habe bei meiner Tour am 08.05.2006 den schnellsten Weg vom Zauchwitzer Busch über Zauchwitz und die Landstraße Richtung Stangenhagen nach Körzin genommen. Als langsamere aber landschaftlich schönere Alternative bietet sich an, zurück Richtung Riebener See und dann durch die Wiesen nach Stangenhagen zu fahren. In Körzin biegen wir  50m hinter der Gaststätte "Zum Kirschbaum" nach links ab und erreichen nach weiteren ca. 100m und einer Gesamtstrecke von ca. 26 km die 2006 errichtete Beobachtungskanzel, die in westlicher Richtung einen schönen Blick auf die Feuchtwiesen und - jedoch etwas weiter entfernt - den Blankensee eröffnet. Bei meinem Besuch Anfang Mai 2006 waren die Wiesen jedoch bereits so trocken, dass außer einigen Kiebitzen keine Limikolen zu beobachten waren.

 

   

Von Körzin -eventuell nach einem Zwischenstopp im Kirschbaum - geht es auf der Hauptstraße nach links Richtung Stangenhagen weiter. Nach Überquerung der Nieplitz biegen wir am Parkplatz direkt am Pfefferfließ nach rechts ab und fahren immer dem Fließ folgend zum Beobachtungsturm Stangenhagen (ca. 28 km).

Nach Überquerung des Pfefferfließ geht es erst über eine kleinen Bohlenweg, dann über einen Betonweg Richtung Stangenhagen (am Schlagbaum links). An der Hauptstraße fahren wir ein kurzes Stück rechts und biegen dann nach links in einen Sandweg Richtung Blankensee ein. Über den Mühlenberg, dann an der Streuobstwiese vorbei und schließlich über den Lankendamm durch einen Erlenbruchwald erreichen wir die Straße von Schönhagen nach Blankensee. In Blankensee biegen wir am ersten Parkplatz links ab und kommen nach insges. ca. 35 km zum Bohlensteg, der vor dem Schilfgürtel im Blankensee liegt und in süd-westlicher Richtung einen schönen Blick auf den Blankensee eröffnet.

   

Hinter dem Steg geht es links in den Ort Blankensee, schließlich am Bauernmuseum mit einem kleinen Café vorbei, das immer einen Besuch wert ist. Wir fahren geradeaus über die Hauptstraße, nutzen eventuell noch die Gelegenheit frischen Räucherfisch zu kaufen, und folgen der Ausschilderung zum Beobachtungsturm "Am Seechen" mit Blick auf die Ungeheuerwiesen (ca. 37 km), der inbes. zum Gänsezug ornithologisch ein lohnendes Ziel ist.

Zurück an der Hauptstraße in Blankensee fahren wir nach rechts Richtung Stücken. Zwischen Blankensee und Breite haben wir links einen schönen Blick auf den Fischadlerhorst am Blankensee und rechts auf die Ungeheuerwiesen, die zeitweise überschmemmt sind und dann Limikolen willkommene Rastmöglichkeiten bieten. So waren auch bei meinem Besuch am 08.05.2006 ca. 50 Bruchwasserläufer, einige Kampfläufer, Grünschenkel und Kiebitze zu sehen.

Über Stücken ("Gasthof zu Stücken"), Fresdorf ("Weinstube", nur am Wochenende geöffnet) und Wildenbruch (mit dem berühmten Restaurant "Zur Linde") kommen wir in Michendorf wieder zur Bahn Richtung Berlin (ca. 55 km). Alternativ kann man in Stücken dem Ortolanrundweg folgen (in Stücken links, dann die erste Straße rechts) und über den 66-Seen-Weg am Kähnsdorfer See und am Seddiner See (mit guter Bademöglichkeit gleich hinter dem Kähnsdorfer See und einigen Gaststätten, z.B. der "Reuse" in Kähnsdorf) vorbei zum Bahnhof nach Neuseddin gelangen.