Die Gewässer der Nuthe-Nieplitz-Niederung

Blankensee

Der Blankensee ist mit ca. 300 ha der größte der Flachseen im Gebiet der Nuthe-Nieplitz-Niederung. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt nur ca. 0,6 m, die Sichttiefe im Sommer mitunter weniger als 30 cm. Er ist fast komplett von Schilf (Phragmites australis) bzw. Rohrkolbenbeständen (Typha sp.) umgeben. Am NW- und SW-Ufer finden sich Erlenbruchwälder. Der Blankensee ist Schlafplatz für bis zu 20.000 Gänse bis zu 35 000 Gänse und mehrere Tausend Möwen sowie Brutplatz zahlreicher Schilf bewohnender Arten, wie Rohrsänger, Schwirle, Blaukehlchen, Wasserrallen, Tüpfelsumpfhühner und verschiedener Entenarten.

Nachdem der See in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Abwassereinleitungen im Einzugsgebiet, Hausentenmast und intensive Fischproduktion erheblichen Belastungen mit organischen Stoffen und anorganischen Nährstoffen ausgesetzt war, stellte sich ein polytrophes System ein, in dem es zu Wasserblüten und Vegetationsfärbungen des Wassers in den Sommermonaten durch Planktonalgen-Massenentwicklungen kam. Trotz Reduzierung der Belastungen nach 1990 änderte sich an diesem Zustand bisher wenig, weil nach wie vor ein großer Nährstoffpool im Sediment erhalten blieb. Deshalb konnten sich bislang keine Unterwasserpflanzen ansiedeln.

 

Grössinsee

Wie der Blankensee wird auch der Grössinsee von der Nieplitz in Süd-Nord-Richtung durchflossen. Er ist 93 ha groß und maximal 3 m tief. Der See gehört zu den polytrophen Gewässern mit Massenentwicklungen von Phytoplankton im Sommer und geringen Sichttiefen von nur 30 cm im Extremfall. Unterwasserpflanzen fehlen völlig. Zur Polytrophierung trugen die am See ehemals vorhandenen Zuchtbestände von bis zu 19 000 Hausgänsen bei. Nur im Nordteil entwickelten sich kräftige Röhrichte. Das Südostufer säumt ein schmaler Erlenbruch. Am Ostufer befinden sich einige mit Ferien- und Wohnhäusern bebaute Grundstücke.

Schiaßer See

Unterhalb des Grössinsees fließt die Nieplitz durch eine seenartige Erweiterung, den Schiaßer See und mäandriert durch ein größeres Schilfgebiet zur Nuthe. Das unzugängliche Schilfgebiet ist Brut- und Mausergebiet unterschiedlicher Entenarten.

Seechen

Nur 3 ha umfasst die Fläche des Seechens, einem eutrophen Klarwasserflachsee mit einer Maximaltiefe von 1,5 m westlich der Ortslage Blankensee. Bei einem Spaziergang zum Beobachtungsturm an den Ungeheuerwiesen passiert man das Gewässer am Nordufer; es besteht die Möglichkeit zu einem kleinen, manchmal beschwerlichen Rundweg um den See.

 

 

Riebener See

Der Riebener See ist 38 ha groß und maximal ca. 1,5 m tief. Im Gegensatz zum Grössin- und Blankensee hat er wesentlich klareres Wasser mit Sichttiefen bis zum Grund. Fast der gesamte Seeboden besitzt eine geschlossene Unterwasserpflanzendecke. Der See hat keinen oberirdischen Zufluss. Der Abfluss liegt am Nordufer. Landseitig schließen sich schmale Röhrichte und Erlenbrüche an. Im Jahr 2004 wurde ein ca. 4 km Rundweg um den See fertig gestellt; nur an einer Stelle kann vom ehemaligen Fischereihafen aus der See eingesehen werden. Hier ist ein Beobachtungsstand geplant. Bemerkenswert ist eine kleine, geschützte Kolonie des Kormorans im Erlenbestand am Westufer. Nachdem die in den 60er Jahren eingeführte Entenmast am See bereits in den 80er Jahren eingestellt wurde, entwickelte sich schnell ein eutropher Klarwasserflachsee, ein seltener Seentyp in Brandenburg.

Schwanensee und Weiher

Der Schwanensee (65 ha) ist nach Einstellung des Schöpfwerkbetriebes (1990) im Bereich des Pfeffergrabens westlich von Stangenhagen entstanden. Auf einem ehemaligen Strommast inmitten des Sees befindet sich ein Fischadlerhorst. Der Schwanensee ist Rastplatz für bis zu 10 Entenarten und Schlafplatz für bis zu 600 Kraniche. Der noch sehr junge See gehört zu den für Wasservögel nahrungsreichsten, eutrophen Klarwasser-Seentyp mit geschlossener Unterwasserpflanzendecke am Grund bei einer Maximaltiefe von 1 m. Vor allem im westlichen und südlichen Bereich entwickelte sich ein teils ausgedehntes Röhricht. Zufluss erhält der Schwanensee aus den Wiesen südlich des Gewässers. Der Wasserstand wird durch die Stauhaltung des Blankensees bestimmt.

Nordwestlich des Schwanensees, linksseitig des Pfefferfließes, schließt der so genannte Weiher an, ein mit 11 ha Fläche relativ kleines eutrophes Gewässer. Die Maximaltiefe liegt bei 2 m. Schwanensee und Weiher werden unmittelbar durch die Wasserstände im Pfefferfließ beeinflusst.

Gänselaake

Die Gänselaake (63 ha) ist ebenso wie der Schwanensee nach Einstellung des Schöpfwerkbetriebes als ca. 0,5 m tiefes Flachgewässer entstanden. Je nach Wasserstand fallen Schlammbänke trocken, die von Limikolen, z.B. im Herbst 2003 von bis zu 70 Großen Brachvögeln, als Rast- und Nahrungsfläche genutzt werden. Ähnlich wie beim Schwanensee stabilisiert sich z. Z. die für Klarwasserflachseen typische Wasserbeschaffenheit, nachdem zunächst unmittelbar nach Überflutung erhebliche Nährstoffmengen frei gesetzt worden sind. Die Gänselaake wird vom Pfeffergraben durchflossen, der ins Pfefferfließ mündet. Ebenfalls für Limikolen als Rastgebiet interessant sind die Schnepfenpfuhle in unmittelbarer Nähe der Gänselake. Besondere Bedeutung hat die Gänselake als wichtigster Schlafplatz der Nuthe-Nieplitz-Niederung für zeitweise mehr als 30.000 Gänse.

Gröbener See

Der See wurde durch Entenmast in den 60er bis 80er Jahren erheblich belastet. Es entstand ein hypertrophes Gewässer mit Phytoplankton-Massenentwicklungen und Sichttiefen unter 25 cm. Er ist 40 ha groß und besitzt eine Maximaltiefe von 2 m. Vor allem im Westteil entwickelte sich ein breites Röhricht. Nördlich grenzt Kiefernforst an. Der See besitzt einen Zufluss vom Siethener See und entwässert zur Nuthe.

Siethener See

Der See umfasst eine Fläche von 71 ha. Im Gegensatz zu den anderen Flachseen des Gebietes ist der Siethener See mit einer Maximaltiefe von 4 m deutlich tiefer. Es handelt sich um ein hocheutrophes (polytrophes) Gewässer mit Sichttiefen um 50 cm. Es ist nur teilweise ein schmaler Röhrichtgürtel vorhanden; größtenteils ist er von Wald umgeben. Am Nordende befindet sich ein Badestrand. Das Ostufer ist bebaut.

Seddiner See

Mit einer Maximaltiefe von 8 m ist der Seddiner See der tiefste im Gebiet. Er ist 218 ha groß, teilweise von Wald und Siedlungen umgeben. Röhrichte sind meist schmal. Am Ostufer und in der Ortslage Seddiner See liegen zwei Badestrände. In den letzten Jahren kam es zu Besorgnis erregenden Seespiegelabsenkungen durch Erniedrigung der Grundwasserstände im Gebiet, so dass in den Sommermonaten große Partien der Ufer trocken fielen. Die Wasserbeschaffenheit ist noch befriedigend; der See gehört zum polytrophen Typ mit Sichttiefen meist über 0,8 m. Ein nennenswerter oberirdischer Zufluss ist nicht vorhanden.

Kähnsdorfer See

Südöstlich des Seddiner Sees liegt der ca. 40 ha große Kähnsdorfer See, der gleichfalls zum polytrophen Typ gehört. Die Wassertiefe beträgt maximal 3 m. Röhrichte sind nur schmal entwickelt. Der See besitzt keinen oberirdischen Zufluss.

Poschfenn

Unterhalb des Fresdorfer Sees liegt östlich der L 43 das ca. 6 ha große und maximal 1 m tiefe Gewässer mit teilweise breiterem Röhricht am Nordufer. Das Südufer ist steilscharig und bewaldet. Vom hoch gelegenen Südufer besteht die Möglichkeit zum Beobachten. Das Poschfenn ist Brutgebiet für Graugänse, Zwergtaucher, verschiedene Entenarten und Schlafplatz für Graugänse.

Katzwinkel

Durch Austorfung entstand in den 80er Jahren nördlich von Stücken ein flacher, 9 ha großer Moorsee mit mehreren Inseln, die seinerzeit als Brutinseln für Wasservögel gezielt angelegt wurden. Das Gewässer ist sehr flach mit Durchschnittstiefen um 1,0 m. Aufgrund des Huminstoffgehaltes besitzt das Wasser eine braune Eigenfärbung. Röhrichte fehlen weitgehend. Bedeutung besitzt das Gewässer als Brutgebiet für Graugänse und Höckerschwäne sowie als Schlafplatz für Graugänse.

Fresdorfer See

Ältestes Naturschutzgebiet in der Nuthe-Nieplitz-Niederung. Der See besitzt eine Wasserfläche von 7 ha und ist maximal 1 m tief. Er besitzt breite Verlandungszonen mit Röhrichten und Erlenbrüchen. Nur in der Ortslage Fresdorf besteht die Möglichkeit des Zugangs zum See. Er ist eutroph.

Fließgewässer

Hauptfließgewässer sind Nuthe, Nieplitz und Pfefferfließ. Die Gewässer entspringen im Fläming bzw. im Flämingvorland. Das Pfefferfließ mündet unterhalb Stangenhagen in die Nieplitz. Die Nieplitz durchfließt die kleine Seenkette mit Blankensee, Grössinsee und Schiasser See. Bei Gröben mündet die Nieplitz in die Nuthe.

Alle Fließgewässer wurden in verschiedenen Etappen kanalisiert und besitzen zur Zeit keine natürliche Ufervegetation. Durch Deichschlitzungen wurde das Pfefferfließ oberhalb Stangenhagens an die neu entstandenen Flachgewässer Gänselaake, Schwanensee und Weiher angeschlossen. Es handelt sich durchweg um eutrophe bis hocheutrophe Fließe mit starker Vegetationsentwicklung, weshalb jährlich Krautungen durch den Wasser- und Bodenverband durchgeführt werden. An den Ufern finden sich oft Pappelanpflanzungen.

Die Fließgewässer besitzen vor allem im Winter bei stärkerem Frost große Bedeutung als Rastplätze für zahlreiche Wasservögel, z. B. Gänsesäger, Schellenten, Krickenten und Zwergtaucher.